• Dear Land und Wyoming •

    
                       
  So 7.07.2013, 20:30     Anfahrt zur Dieselstrasse         Freier Eintritt  
Dear Land und Wyoming

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präsentiert von Jeff "the" Diesel  
am Stadtstrand Esslingen      
Rock
Gerade zum ersten Mal aus dem Winterschlaf erwacht. Dafür aber so richtig.
Die taufrische Stuttgarter Band DEAR LAND.
Ihr erstes Set zeichnet sich vor allem durch seine farbenreiche Innerlichkeit aus.
Neofolk-Klänge mischen sich mit Dubstep-Grooves und mehrstimmigem Autotune-Gesang.
Sie bewegen sich damit auf den amerikanischen Spuren von Polica, James Blake und den Engländern Alt-J, womit sie beweisen, dass Popmusik auch in Deutschland qualitativ hochwertig sein darf.



WYOMING

„Das Leben ist eine Reise, die heimwärts führt“ schrieb Herman Melville einmal auf einen Zettel und dachte dabei bloß an den großen weißen Wal, den er Moby Dick nannte und von einem Getriebenen, einem vernarbten Kapitän jagen ließ. In der deutschen Provinz, irgendwo im Nirgendwo, in Lorch am Rhein, hat sich ein musikalisch hochbegabtes Trio auf genau jene Suche gemacht, die der berühmte Schriftsteller Melville zu seinen Lebzeiten nicht beenden konnte: Was ist der Mensch, wo kommt er her, wo geht er hin? WYOMING heißt diese Band, die von den Gebrüdern Manuel und Sascha Lukas und ihrem Schulfreund David Stieffenhofer im März 2012 gegründet wurde. All seine Teenage Angst, seine Zweifel, seine Zerbrechlichkeit schüttet das Trio in seine kristallklaren Songs und erinnert dabei an die zitternden Elektroschläge von My Vitriol, an den Indie-Noir von Yo La Tengo und an die Unnahbarkeit von The Whitest Boy Alive. Die Band nennt ihre Musik „Dream/Independent Pop“ und vereint dabei Space-Gitarren mit großzügiger Synthesizer-Landscape, evokative Arrangements mit nervösen Rhythmen. Die Melodien kann man trotzdem mitsingen.
Das Debütalbum „Fountain“ bringt nun all das zusammen, in einem losen Konzeptwerk. Die Songs heißen hier „Afterword“, „Weary Boat“ oder „Cave Bear“ und sind kleine Hiobs-Geschichten, Erzählungen vom Scheitern. Klirrende Kälte wandelt sich zu strahlender Schönheit, vertrackte Samples verbrüdern sich mit glitzerndem Folk-Pop. Das Album ist keine 40 Sekunden alt, da steckt man schon mittendrin, in diesem kitzelnden, aufgeladenen Wahnsinn, den man vielleicht aus New York, aus Manchester, aus Brighton erwarten würde. Doch kommt diese Band aus dem hessischen Lorch und mit ihr diese Musik, dem besten Soundtrack fürs nächtliche Autofahren durch die deutsche Provinz.